Alles rund um den Hundeführerschein

DIENSTAG, 29.01.2019

Der Hundeführerschein sollte nicht mit dem Sachkundenachweis verwechselt werden. Denn dieser ist in manchen Bundesländern Pflicht, in anderen nur für bestimmte Rassen. Was Du sonst zum "Lappen" für Deinen Vierbeiner wissen solltest, erfährst Du hier.

Was ist ein Hundeführerschein?

Beim Hundeführerschein geht es darum, offiziell bestätigt zu bekommen, dass Du dazu in der Lage bist, Deinen Hund unter Kontrolle zu halten. Bestehst Du diese Prüfung, gilt sie dann auch – solange Du mit Deinem Vierbeiner zusammenlebst. Es geht also um das jeweilige Gespann Hund und Halter, es ist keine "Fahrerlaubnis" für Dich, die dann ein Leben lang gilt.

Für die Prüfung selbst gibt es keine bundesweite Regelung, das wird auf Länderebene bestimmt. Der Hundeführerschein ersetzt nicht immer den Sachkundenachweis, der für bestimmte Rassen in manchen Bundesländern verpflichtend ist.

Ist der Hundeführerschein Pflicht?

Der Hundeführerschein ist nirgendwo in Deutschland verpflichtend. In manchen Bundesländern besteht aber die Pflicht, den Sachkundenachweis zu erbringen. Das ist in Niedersachsen der Fall, in Nordrhein-Westfalen müssen Halter von großen Hunden den Nachweis erbringen.

In Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz wiederum ist es Pflicht, den Hundeführerschein abzulegen, wenn die Rasse Deines Vierbeiners als gefährlich eingestuft wird.

Es kann Dir jedoch gewisse Vorteile bringen, den Hundeführerschein freiwillig abzulegen, er kann zum Beispiel die Leinenpflicht aufheben. Auf der Website der Landestierärztekammer findest Du die Bestimmungen für Dein Bundesland.

Kosten des Hundeführerscheins

Nicht nur die gesetzlichen Bestimmungen werden länderspezifisch geregelt, auch die Kosten des Hundeführerscheins variieren.

Der Führerschein für den Vierbeiner besteht aus zwei Teilen: einer theoretischen Prüfung und einem Praxistest. Je nach Anbieter kannst Du die beiden Teile auch unabhängig voneinander oder einzeln abschließen. Die Kosten für beide Tests zusammen liegen bei etwa 90-140 Euro. Dein Hund muss auch je nach Institution, bei der Du den Hundeführerschein ablegen willst, gewisse Voraussetzungen erfüllen.

Dafür erwarten Dich auch Einsparungen, nachdem Du den Hundeführerschein abgelegt hast. In manchen Bundesländern gibt es sogar Steuervergünstigungen. In München etwa zahlst Du ein Jahr lang gar keine Steuer.

Woraus besteht die Prüfung?

Ablegen kannst Du die Hundeführerscheinprüfung in verschiedenen Hundeschulen und bei Trainern in ganz Deutschland. Auch verschiedene Verbände nehmen die Prüfung ab. Beispielsweise listet der BHV, der "Berufsverband der Hundeerzieher/innen und Verhaltensberater/innen", mehrere Prüferinnen und Prüfer auf ihrer Website. Diese halten sich an den Ablauf, den der BHV vorschlägt.

Die Prüfung des Verbandes besteht aus drei Stufen: einer Sachkundeprüfung, ein Test mit Deinem Hund an der Leine und ein Teil, bei dem Dein Hund auch frei läuft.

Der theoretische Teil besteht aus Single-Choice-Fragen, Du musst also genau eine richtige Antwort auf eine Frage ankreuzen. Das Bestehen des Theorieteils ist die Voraussetzung, um für den praktischen Test zugelassen zu werden.

Die praktische Prüfung soll in einer möglichst unbekannten Umgebung und an drei Orten stattfinden: einer ablenkungsarmen Umgebung, einer belebten öffentlichen Grünanlage sowie im innerstädtischen Bereich.

Auch Dein Hund muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um zur Prüfung zugelassen zu werden. Im Normalfall sollte er mindestens zwölf Monate alt, geimpft, gechipt und haftpflichtversichert sein.

Und keine Sorge: Fällst Du bei der Prüfung durch, kannst Du sie beliebig oft wiederholen.

Welche Fragen werden beim Hundeführerschein-Test gestellt?

Für die Prüfung zum Hundeführerschein kannst Du vorab lernen. Es gibt zahlreiche Tests, anhand derer Du Dich vorbereiten kannst. Generell kommen im theoretischen Teil die Regeln zur Anwendung, die auch für die Sachkundeprüfung gelten. Der Test dauert etwa 60 Minuten, Du musst 80 Prozent der Fragen richtig beantworten, um zu bestehen. Es werden 35 Single-Choice-Fragen zu folgenden Themen gestellt:

  • Sozialverhalten
  • Kommunikation
  • Pflege und Haltung
  • Hund & Recht
  • Erziehung, Ausbildung, Theorie des Lernens
  • Angst und Aggression
  • Rassenkenntnisse
  • Ernährung, Gesundheit und Fortpflanzung
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Hundeführerschein kompakt

In Deutschland gibt es keine bundesweite Pflicht. Die Prüfung müssen Hundebesitzer und Hund in einem theoretischen und praktischen Teil absolvieren. Der Hundeführerschein ersetzt nicht zwingend einen Sachkundenachweis. Dieser ist für bestimmte Rassen je nach Bundesland Pflicht. Viele Hundehalter machen den Hundeführerschein für Steuervergünstigungen, die meisten jedoch zur eigenen Sicherheit.