DONNERSTAG, 07.02.2019 Caro Schulz-Osterloh

Agility Training bietet jede Menge sportlichen Spaß für Hund und Mensch. Dass es dabei auf Schnelligkeit und Geschicklichkeit ankommt, verrät schon der Begriff: „Agility“ bedeutet „Behändigkeit“. Der aufgebaute Parcours, den die Hunde unter Anleitung ihrer Menschen absolvieren, erinnert auf den ersten Blick an ein Springturnier im Pferdesport. Wer mit seinem Vierbeiner im Team beim Agility Training antritt, kann auf jeden Fall sicher sein, dass keine Langeweile aufkommt.

Was ist Agility Training?

Agility Training ist eine Hundesportart aus England. Dabei absolviert der Vierbeiner einen Parcours, während er von seinem menschlichen Teampartner begleitet wird. Durch Körpersprache und Hörzeichen bestimmt dieser, wie und in welcher Reihenfolge er die Hindernisse zu bewältigen hat.

Es handelt sich also um eine Teamleistung, bei der am Ende das Mensch-Hund-Team gewinnt, das am wenigsten Fehler hat und den Parcours in einer vorgegebenen Zeit absolvieren konnte. Erforderlich sind eine gute Koordination und Bindung. Nicht nur der Vierbeiner muss sich bei dem hohen Tempo konzentrieren, sondern auch der Zweibeiner, der sich den immer wieder wechselnden Parcours merken, seinen Hund anleiten und notfalls schnell korrigieren muss.

Im Parcours befinden sich üblicherweise als Grundausstattung ein Slalom, Wippen, Tunnel, Laufsteg, Reifen, Schrägwand und unterschiedliche Sprunggeräte. Der Verlauf der zwischen 100 und 220 Meter langen Strecke wird vom Richter festgelegt.

Es gibt drei verschiedene Leistungsklassen von eins bis drei, die den Schwierigkeitsgrad des Parcours anzeigen. Die Höhe der Hindernisse wird ebenfalls in die drei Kategorien Small, Medium und Large eingeteilt und die Hunde entsprechend der passenden Größe zugewiesen.

Für welche Hunde ist Agility Training geeignet?

Einige Hunderassen sind besondere Sportskanonen. Dazu gehören der Border Collie, der Australian Shepherd, der Sheltie oder bei den kleinen Hunden der Jack Russel Terrier, die beim Agility Training auch häufig vertreten sind. 

Für große und schwere Hunde ist Agility Training aber eher ungeeignet, da diese aufgrund ihres Gewichtes nicht zu viel springen sollten, um ihre Gelenke zu schonen. Ähnliches gilt für kurzbeinige Hunde mit langem Rücken wie den Dackel oder den Basset.

Es können zwar auch große und kurzbeinige Hunde Freude am Absolvieren eines Parcours haben, dann sollte dieser jedoch entsprechend angepasst und Hindernisse, bei denen gesprungen werden muss, durch andere wie Tunnel oder breiter gesteckte Slaloms ersetzt werden.

Für alte Hunde sind herkömmliche Agility Parcours in der Regel zu anstrengend. Es gibt jedoch die Variante Slow Agility, die ohne Zeitvorgabe auskommt und mit gelenkschonenden Alternativen wie Schnüffelelementen ausgestattet ist. Diese können auch Senioren problemlos absolvieren ohne sich zu überanstrengen. Vorab solltest Du Dir jedoch beim Tierarzt grünes Licht für Deinen Hunde-Opi oder Deine Hunde-Omi holen.

Mit Agility Training sollte ein Junghund nicht zu früh beginnen, da zu viel Sport sich im Wachstum negativ auf Gelenke und Knochen auswirken kann. Nach Agility-Reglement darf ein Hund ab 15 Monaten seine ersten Turniererfahrungen als Anfänger sammeln.

Es empfiehlt sich jedoch, den Tierarzt zu fragen, um den richtigen Zeitpunkt für den Beginn mit Agility Training individuell zu bestimmen. Unter anderem hängt es von der Größe des Hundes ab und wann er voll ausgewachsen ist, um sagen zu können, wann regelmäßige sportliche Belastung keinen Schaden anrichtet sondern die Gesundheit fördert.

Jeder der mit seinem Hund Agility Training machen möchte, sollte vorab und in regelmäßigen Abständen vom Tierarzt checken lassen, ob sich der Vierbeiner in einem guten Gesundheitszustand befindet. Wichtig ist, dass er keinesfalls unter Hüftgelenk- oder Ellbogendysplasie leidet, wenn er Sprünge absolvieren soll.

Wie kannst Du mit Agility Training anfangen?

Wer mit Agility Training beginnen möchte, sollte dies am besten in einem Verein oder einer Hundeschule tun. Hier wird Dir beigebracht, wie Du Deinen Vierbeiner vor dem Sport warm machen und dehnen kannst, damit er sich nicht verletzt.

Außerdem wird Dir gezeigt, wie Du Deinen Hund an die unterschiedlichen Hindernisse heranführst, damit er keinen körperlichen Schaden nimmt. Dort stehen Dir auch erfahrene Leute zur Seite, falls Deine Fellnase sich beispielsweise anfangs nicht durch einen Tunnel traut oder nicht weiß, wie sie ein Hindernis bewältigen soll.

Hinzu kommt, dass der Spaß in der Gruppe auch nicht zu kurz kommt und Du und Dein Hund auch durch Zuschauen bei den anderen dazulernt.

Kannst Du Hindernisse fürs Agility Training selber bauen?

Sobald Du und Dein Vierbeiner ausreichend Übung im Agility Training habt, willst Du vielleicht in Deinem Garten einen eigenen Parcours aufbauen. Dafür musst Du nicht unbedingt tief in die Tasche greifen, wenn Du handwerklich begabt bist. Wichtig ist aber, dass Dein Vierbeiner sich daran nicht verletzen kann.

Das FCI-Reglement legt Agility-Geräte-Richtlinien fest, in denen festgelegt ist, welche Höhen einzelne Hindernisse in den unterschiedlichen Größen-Klassen haben sollten. Daran solltest Du Dich orientieren, damit Dein Vierbeiner sich nicht überanstrengt.

Für den Bau von Hürden und Hindernissen kannst du zum Beispiel auf Bambusstäbe und alte Reifen zurückgreifen. Ein Steg kann in Form einer Planke auf dem Boden liegen. Baue unter die Planke einen Sockel, wenn dieser erhöht verlaufen soll – wichtig ist aber auf jeden Fall, dass das Ergebnis stabil ist und Dein Hund keiner Verletzungsgefahr ausgesetzt ist. Dann solltest Du die Planke zusätzlich mit einer rutschfesten Gummibeschichtung versehen. Erfahrene Handwerker können sich auch an Schrägwände aus Holz wagen.

Für einen kleinen Übungsparcours im Garten kannst Du aber auch schon ohne allzu großen Aufwand als Slalom gesteckte Bambusstäbe und Hürden aus diesen bauen. Wichtig ist immer, sich an die FCI-Geräte-Richtlinien für die richtige Hindernisgröße zu halten und dass der selbstgemachte Parcours keine Verletzungsgefahren aufweist.

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