DONNERSTAG, 20.09.2018

Dass viele Labradore als Familienhunde gehalten werden, ist vermutlich den meisten Menschen bekannt. Und tatsächlich können Labradore die optimalen Familienhunde sein. Doch nicht jeder Labrador ist gleich gut eignet. Wie bei einigen anderen Hunderassen auch gibt es Labradore bei Züchtern als „Showlinie“ (auch „klassische Linie“ genannt) und als „Arbeitslinie“. Letztere sind für sportliche Höchstleistungen gezüchtet und brauchen entsprechende Auslastung. Ein Labrador aus der klassischen Linie eignet sich deutlich besser als Familienhund. Labradore zeichnen sich in der Regel durch ein freundliches, nervenstarkes Wesen aus. Sie sind geduldig und verspielt, möchten gefallen und ihr Jagdtrieb lässt sich mit der richtigen Erziehung gut kontrollieren.

Der Beagle ist ein beliebter Familienhund, der einen zutraulichen und aufgeweckten Charakter hat und sich gut mit Kindern versteht. Er ist mit maximal 40 Zentimetern weder groß noch extrem klein und auch nicht aggressiv. Da er einen recht hohen Bewegungsdrang hat, eignet er sich eher für aktive Familien, die mit dem Laufhund gerne Spaziergänge machen. Allerdings benötigt der Beagle eine konsequente, liebevolle Erziehung, da er aufgrund seiner Geschichte einen starken Jagdtrieb hat und auch zu dickköpfigem Verhalten neigen kann.

Pudel sind leider nicht besonders beliebt, da ihnen das Image als Modeaccessoire und Begleiter älterer Damen anhaftet. Dabei wird häufig übersehen, dass Pudel sehr lernwillig, anpassungsfähig, verspielt und freundlich sind und sich daher ideal als Familienhund eignen. Auch wenn Pudel ursprünglich für die Wasserjagd gezüchtet wurden, haben sie heute in der Regel keinen starken Jagdtrieb mehr. Lediglich der Spruch „Wie ein begossener Pudel“ erinnert noch an frühere Zeiten. Pudel verlieren außerdem nur sehr wenige Haare und gelten als hypoallergen.

Boxer eignen sich besonders gut für aktive Familien mit schon etwas älteren Kindern, die mit einem Hund zurechtkommen, der beschäftigt werden will und auch mal etwas wilder spielt. Aber auch wenn die mittelgroßen Vierbeiner manchmal tollpatschige Clowns sind, sind sie meist leicht zu erziehen und von Natur aus recht gehorsam und bereit sich unterzuordnen. Ihr Charakter ist selbstbewusst, ausgeglichen, sehr treu und anhänglich.

Der Mops  hat ein freundliches Wesen und ist recht pflegeleicht. Dabei ist er dennoch auch sensibel und hat einen ganz eigenen, sehr charmanten Charakter, der dafür verantwortlich ist, dass manche Menschen richtiggehende Mops-Fans sind. Da er nicht schnell aggressiv wird, eignet er sich auch bei kleinen Kindern gut als Familienhund. Allzu viel Sportlichkeit sollte man jedoch nicht von ihm erwarten. Wer aufgrund der kurz gezüchteten Schnauze gesundheitliche Probleme befürchtet, kann auf Retrozüchtungen zurückgreifen, bei denen die Schnauze wieder länger ist.

Golden Retriever sind bekannt für ihre Kinderfreundlichkeit und weltweit eine der beliebtesten Hunderassen. Sie sind ruhige Tiere, die auch in stressigen Situationen nicht sofort die Nerven verlieren. Die Fellnasen lassen sich leicht erziehen, sind fröhlich und anhänglich. Dennoch brauchen sie Beschäftigung und viel Auslauf, auch wenn Golden Retriever als Anfängerhunde gelten.

Malteser sind sehr treu, intelligent, verspielt und verschmust. Sie haben nur einen geringen Jagdtrieb und lernen bereitwillig kleine Kunststücke. Da sie sehr an ihrer Familie hängen, sollten sie nicht zu viel allein gelassen oder zu einem Hundesitter gegeben werden. Malteser begleiten ihre Familie am liebsten überall hin. Da die Tiere jedoch nur 20 bis 25 Zentimeter groß werden, sollte man bei Kleinkindern aufpassen, dass sie nicht aus Versehen verletzt werden.

Ein beliebter Familienhund ist auch der Labradoodle, ein Mix aus Labrador und Pudel. Er bringt die Eigenschaften seiner Eltern mit und ist gelehrig, anpassungsfähig und freundlich. Labradoodle können für Allergiker geeignet sein – es ist jedoch nicht bei jedem Tier garantiert. Daher sollten Allergiker vor der Adoption mit einem Fellbüschel einen entsprechenden Allergietest durchführen. Auf jeden Fall haaren sie kaum.

Der Cocker Spaniel ist begeisterungsfähig und stets gut gelaunt. Er ist verspielt und verschmust und Menschen gegenüber aufgeschlossen und anhänglich. Er lässt sich leicht erziehen, muss jedoch rechtzeitig in die gewünschten Bahnen gelenkt werden, da er sonst zum Stöbern und Verfolgen von Spuren tendiert. Da er recht verfressen ist, lässt er sich gut mit Hilfe von Leckerlis trainieren. Der Cocker Spaniel liebt die Beschäftigung mit seiner Familie und apportiert und schwimmt gerne.

Berner Sennenhunde sind gutmütige, ausgeglichene Tiere mit einer recht hohen Reizschwelle, weshalb sie sich gut als Familienhund eignen. Sie sind nicht so schnell aus der Ruhe zu bringen. Bei einer Schulterhöhe von 58 bis 70 Zentimetern ist jedoch klar, dass eine gute Erziehung notwendig ist und man sich informieren sollte, welche Regeln bei einem Zusammenleben mit Kindern einzuhalten sind. Berner Sennenhunde brauchen viel Auslauf, sind jedoch eher nicht für sportliche Aktivitäten wie Agility geeignet. Aufgrund ihres langen, dichten Fells mögen sie keine Hitze.