Corona-Virus sei Dank, haben wir eine Erkenntnis gewonnen: Das Arbeiten im Home-Office funktioniert für viele Menschen deutlich besser als gedacht. Daher ist es nicht unwahrscheinlich, dass das Arbeiten von zu Hause auch in Zukunft ein fester Bestandteil der neuen Arbeitswelt ist. Die plötzliche Präsenz von Herrchen und Frauchen bringt aber auch für unsere Fellnasen die eine oder andere Veränderung mit sich. Wir klären, wie sich die ungewohnte Dauerpräsenz auf Hunde und Katzen auswirkt, was Du beachten solltest und mit welchen Kniffen Du trotz großer Hundeaugen und pelzigen Störenfrieden produktiv bleibst.


Katzen, die auf Monitore starren – Wenn arbeiten unmöglich ist

Während es Nagern relativ egal ist, ob Du nun zuhause bist oder nicht, sehen das die meisten Samtpfoten ganz anders. Immerhin reißt sie Deine ungewohnte Anwesenheit aus ihren Routinen heraus. Deine Katze hat gelernt, was es bedeutet, wenn Dein Wecker klingelt. Sie weiß, dass Du das Haus spätestens dann verlässt, wenn Du Deine zweite Tasse Kaffee heruntergestürzt hast.

Sobald die Tür ins Schloss fällt, ist Showtime. Jede Katze entwickelt in der Zeit der „sturmfreien Bude“ ihre ganz eigenen Rituale. Ob nun das Nickerchen auf Deinem Bett, ein Häppchen zwischendurch oder ein wenig Gymnastik auf Deinem verwaisten Schreibtisch.

Das Corona-Virus wirbelt all das durcheinander. Wie Deine Katze darauf reagiert, hängt von ihrem Charakter ab. Während Du für die autarke Katze eher ein Störenfried für ihre Unabhängigkeitsbestrebungen bist, begrüßt Dich die anhängliche Katze mit offenen Pfötchen als 24-Stunden-Butler.

  • Die unabhängige Katze: Freiheitsliebende Katzen sind wie Teenager, die genervt auf die ständige Präsenz ihrer Eltern reagieren. In diesem Fall übernimmst natürlich Du die Elternrolle. Wundere Dich also nicht, wenn Du Deinen Stubentiger über längere Zeit nicht siehst, er Dir aus dem Weg geht oder auch einmal die Krallen ausfährt. Speziell dann, wenn Du Dich zu sehr in die gewohnten Routinen einmischst. Das abweisende Verhalten ist aber zumindest im Hinblick auf Deine Arbeitsproduktivität ein Hauptgewinn. Immerhin ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Deine Katze ihre Ruhe haben will und Dich ungestört arbeiten lässt.
  • Die anhängliche Katze: Mehr als eine halbe Stunde konzentriert arbeiten? Daran ist mit einer menschbezogenen Katze kaum zu denken. Das belegen derzeit tausende Fotos von Katzen, die gekonnt die Arbeit Ihrer Halterinnen und Halter sabotieren. Ob sie nun ständig um die Beine streifen, bei ihren Patrouillen einen Satz auf den Schreibtisch machen, Videokonferenzen mit lautem Miauen sabotieren oder sich gar dreist auf die Tastatur legen. So mancher Katze fällt allerhand ein, um Deine Aufmerksamkeit zu gewinnen. Hast Du einen solchen Kandidaten als Mitbewohner, sind die folgenden Tipps Gold wert.

So bleibst Du trotz anhänglicher Katze produktiv

  • Integriere Deine Katze möglichst sinnvoll in Deinen neuen Arbeitsalltag: Gerade wenn der Stubentiger gerne Platz auf Deinem Schreibtisch nimmt, ist das ein klares Zeichen dafür, dass er Deine Nähe sucht. Eine Möglichkeit, um genau das störungsfrei zu gewährleisten, ist ein Ruheplatz für Deinen Stubentiger in Deiner Nähe. Ob Du ein gemütliches Körbchen aufstellst, ein Katzenkissen nimmst oder einen Karton zur fürstlichen Residenz umbaust. Das bleibt Dir überlassen. Belohne Deine Katze, wenn sie die neue Chillout-Area akzeptiert, mit einem Leckerchen oder einer Streicheleinheit.
  • Lege regelmäßige Spielpausen ein: Eine nach Aufmerksamkeit geifernde Katze lässt sich nicht ständig vertrösten. Mit regelmäßigen Spielpausen kannst Du dem kleinen Störenfried aber den Wind aus den Segeln nehmen. Integriere daher fünf bis sechs kurze Spielpausen (jeweils fünf bis zehn Minuten) in Deinen gesamten Arbeitsalltag. Achte dabei auf regelmäßige Zeiten, sodass sich für Deine Katze eine neue Routine ergibt, an die sie sich gewöhnen kann. Unter dem Strich kannst Du zwischen den Pausen nicht nur effizienter arbeiten. Gleichzeitig stärkst Du die Bindung zwischen euch und hältst gleichzeitig konzentrationsfördernde Pausenzeiten ein.
  • Lenke Deine Katze ab: So manche hartnäckige Katze lässt sich von Dir nicht hinters Licht führen. In einem solchen Fall sind Ablenkungsmanöver hilfreich, um den kleinen Gauner nachhaltig vom Schreibtisch loszuwerden. Nimm dir beispielsweise einen Karton zur Hand und knülle etwas Papier darin. Mach das Ganze am besten mit möglichst viel Aufwand und Konzentration. Das steigert die Neugier Deiner Katze und sie wird sich eine Weile mit dem geheimnisvollen Karton beschäftigen. Aber mach Dir keine zu großen Hoffnungen: Ablenkungsmanöver funktionieren meist nicht dauerhaft.
  • Eröffne Deiner Katze neue Möglichkeiten: Eine wirklich anhängliche Katze wirst Du im Home-Office nur los, indem Du neue Reize setzt. Dazu hast Du gleich mehrere Optionen. Hast Du ein großes Fenster? Dann räume die Fensterbank und verwandle sie in einen gemütlichen Aussichtsposten für Deinen Stubentiger, von dem aus er die Welt beobachten kann. Noch besser ist ein Balkon, den Du zuvor natürlich katzensicher machen musst. Hier eröffnet sich für Katzen eine völlig neue Welt. Wie genau Du Deinen Balkon katzensicher machst, erfährst Du in unserem dazugehörigen Ratgeber.

Hunde haben es leichter – aber nicht leicht

Katzen sind die Stars im Netz. Aber auch von Hunden kursieren zahlreiche lustige Bilder, wie sie im Home-Office „arbeiten“. Ob nun eine Bulldogge mit Hornbrille und Hoodie, die jedem Startup-Gründer das Wasser reicht, bis hin zum Call-Center-Hund mit Headset ist in den sozialen Medien alles vertreten. Als Hundehalter hast Du es im Alltag aber grundsätzlich ein wenig leichter.

Ein Hund sucht zwar Deine Nähe, wird sich aber kaum auf die Tastatur legen oder Deine Telefonkonferenzen durch lautes Bellen stören. Trotzdem macht es Sinn, dass Du vielleicht ein zweites Hundekörbchen in Deiner Nähe aufstellst. Du bist schließlich Teil ihres Rudels. Und als solches möchten Hunde die ungewohnte Chance nutzen und viel Zeit mit Dir verbringen – auch wenn sie einen großen Teil davon verschlafen.

Drei Tipps für Hundehalter im Home-Office

  1. Auch wenn Hunde meist gemütlich sind, möchten auch sie im Home-Office gefordert werden. Durch die Kontaktbeschränkungen ist das auch für unsere Vierbeiner ein Problem. Immerhin ist auch das Toben in größeren Hundegruppen aktuell tabu. Mit forderndem Hundespielzeug kannst Du diese Lücke zumindest etwas überbrücken. Alternativ nutzt Du den Feierabend oder die Mittagspause, um mit Deiner Fellnase ein paar praktische Tricks und Verhaltensweisen zu üben, die für das Herumtollen in freier Wildbahn nützlich sind. Aber auch kleinere Spielchen wie das Einwickeln von Futter in Zeitungspapier schaffen Abwechslung.
  2. Verbinde das Nützliche mit dem Angenehmen. Bewegung an der frischen Luft ist optimal, um die Konzentration während der Arbeit zu fördern und den Kopf wieder frei zu bekommen. Baue in deinen Arbeitsalltag einfach zwei kurze Gassi-Runden ein. So beschäftigst Du Deinen Hund und steigerst auch Deine eigene Leistungsfähigkeit. Schließlich ist nichts schlimmer, als dass Dir zu Hause die Decke auf den Kopf fällt.
  3. Gewöhne Deinen Hund nicht zu sehr an Deine Präsenz. Das führt spätestens nach dem Ende Deiner Zeit im Home-Office zu Problemen. Hunde, die sich an die Dauerpräsenz ihres Halters gewöhnen, müssen häufig erst wieder mühsam lernen, über längere Zeit allein zu bleiben. Die effektivste Methode ist so einfach wie genial: Schließe die Tür Deines Arbeitszimmers über mehrere Stunden, sodass Du nicht dauerhaft präsent bist.